Apple führt Datenschutzschulungen für Kunden ein


Apple baut das Schulungsangebot in seinen Ladengeschäften in Hinblick auf Datenschutz aus: Ab Samstag können Kunden sich für einen neuen, rund halbstündigen Vortrag zum Thema „Schütze deine Daten auf dem iPhone“ anmelden, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte. Die neue Veranstaltungsreihe startet zum Europäischen Datenschutztag am 28. Januar, und soll bei entsprechender Nachfrage auch längerfristig angeboten werden. Eine Teilnahme ist kostenlos.

Die neuen „Today at Apple“-Veranstaltungen sollen unter anderem vermitteln, wie man die Standortfreigabe für Apps einschränkt und die in iOS 16 neue Sicherheitsprüfung nutzt sowie Datenschutzfunktionen in Apple Mail aktiviert. Auch das Thema „Passkeys“ steht laut Apple auf dem Programm, ebenso wie das Framework „App Tracking Transparency“, das eine Tracking-Nachfrage in Apps anderer Anbieter erzwingt. Die mit iOS 16.3 gerade frisch in vielen Ländern freigeschaltete Option, iCloud-Daten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen, gehört aktuell noch nicht zur Agenda – zumindest vorerst.

Apple verstärke mit dem Schulungsangebot sein Datenschutz-Engagement, betonte das Unternehmen. Parallel soll eine Marketingkampagne starten, die verschiedene Datenschutzfunktionen in iOS zeigt. Der Hersteller bewirbt seine weitreichenden Privacy-Funktionen seit Längerem mit Nachdruck. Unilateral in iOS eingeführte Funktionen wie „App Tracking Transparency“ haben Schätzungen zufolge bei Werbekonzernen wie Facebook zu Einbußen in Milliardenhöhe geführt, auch bei werbeschaltenden Firmen gibt es Beschwerden darüber, dass sich Neukunden schlechter erreichen lassen.

Der Chef des Interactive Advertising Bureau (IAB), ein internationaler Wirtschaftsverband der Online-Werbeindustrie, warf Apple jüngst „Zynismus und Heuchelei“ vor, wie Ad Age berichtet. Es sei nicht fair, dass Apple das hauseigene Werbetargeting als „Personalisierung“ einstufe, das bei anderen Anbietern aber als Tracking bezeichne. Apple gibt vor, dass die Tracking-Erlaubnis bei Anbieter-übergreifendem Werbetracking eingeholt werden muss – nicht aber, wenn nur die Daten der „eigenen“ Nutzer dafür herangezogen werden.


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(lbe)

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Heinz Duthel

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