Berichte über US-Prüfung: Nun doch „Abrams“-Panzer für die Ukraine?


Stand: 24.01.2023 16:57 Uhr

Die USA könnten laut Medienberichten nun doch Panzer des Typs „Abrams“ an die Ukraine liefern – zumindest sollen sie diese Möglichkeit „prüfen“. Das Pentagon hatte US-Kampfpanzerlieferungen erst vor wenigen Tagen eine Absage erteilt.

Die USA könnten Insidern zufolge der Ukraine doch Kampfpanzer des Typs M1 „Abrams“ zur Verfügung stellen. Eine entsprechende Ankündigung könnte noch diese Woche erfolgen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Demnach soll US-Präsident Joe Biden dem deutschen Kanzler Olaf Scholz in einem Telefonat vergangene Woche zugesagt haben, eine solche Lieferung prüfen zu lassen.

Zuletzt hatte es Berichte gegeben, wonach Scholz die Lieferung des US-Kampfpanzers zur Bedingung für eine mögliche Entsendung deutscher Kampfpanzer gemacht habe. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte jedoch auch nach Aussage seines US-Kollegen Lloyd Austin klargemacht, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gebe.

Trotz erheblichen Drucks aus der Ukraine und von Partnerstaaten hat die Bundesregierung noch keine Entscheidung zur Lieferung von „Leopard“-Kampfpanzern an Kiew getroffen.

USA hatten Lieferung zunächst Absage erteilt

Die USA hatten bisher betont, die Bereitstellung des Abrams-Panzers aus praktischen Gründen nicht für sinnvoll zu halten. Die US-Panzer müssten über den Atlantik transportiert werden, die Instandhaltung sei aufwendiger, und sie verbrauchten zu viel Treibstoff, hieß es bisher aus dem Pentagon. Die Panzer schlucken außerdem das Flugzeugbenzin Kerosin, nicht wie der „Leopard“ und viele Gefährte der Ukrainer Diesel. „Es macht einfach keinen Sinn, den Ukrainern dieses Mittel zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen“, hatte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh noch vor einigen Tagen gesagt.

Eine endgültige Entscheidung gebe es allerdings noch nicht, sagen die mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Die USA waren eigentlich dagegen. Der Abrams sei kompliziert, teuer und benötige aufwändiges Training, lautete die Begründung. Das US-Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.



Heinz Duthel

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