Grüne und FDP zu Panzerlieferung: „Am Ende unausweichlich“


Stand: 24.01.2023 21:33 Uhr

Grüne und FDP im Bundestag begrüßen die anvisierten deutschen Panzerlieferungen an die Ukraine als unausweichlich und überfällig. Linken-Fraktionschef Bartsch warnte, es falle ein weiteres Tabu.

Die Grünen im Bundestag begrüßen die Entscheidung der Bundesregierung, Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine abzugeben. „Der Leopard ist befreit!“, twitterte Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt auf Englisch. „Jetzt kann er hoffentlich schnell der Ukraine bei ihrem Kampf gegen den russischen Angriff und für die Freiheit der Ukraine und Europas helfen.“

Der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter, sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND): „Natürlich wäre es besser gewesen, die Entscheidung schneller zu treffen, insbesondere für das Ansehen Deutschlands in Europa. Aber besser spät als gar nicht.“

Strack-Zimmermann: „Erlösende Nachricht“

Auch die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, begrüßte die Entscheidung. „Die Entscheidung war zäh, sie dauerte viel zu lange, aber sie ist am Ende unausweichlich. Dass Deutschland die Lieferung seines Panzers ‚Leopard 2‘ durch Partnerländer freigibt und auch selbst liefert, ist eine erlösende Nachricht für das geschundene und tapfere ukrainische Volk“, sagte die FDP-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.

Die Entscheidung bedeute einen wichtigen Schritt in der Zurückdrängung des brutalen Angriffs Russlands auf ein unschuldiges Land. Die Freien Demokraten seien dankbar, dass der kontinuierliche Einsatz für die Menschen in der Ukraine erfolgreich sei.

Auch FDP-Fraktionschef Christian Dürr lobte die Entscheidung. „Der Bundeskanzler hat heute eine Entscheidung getroffen, die niemand auf die leichte Schulter genommen hat“, sagte er dem Portal „t-online“.

Bartsch: „Führt uns potenziell näher an Dritten Weltkrieg“

Der Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte die Entscheidung der Bundesregierung als gefährlich. „Die Lieferung von ‚Leopard‘-Kampfpanzern, womit ein weiteres Tabu fällt, führt uns potenziell näher an den Dritten Weltkrieg als Richtung Frieden in Europa“, sagte Bartsch der dpa. „Die Entscheidung, Deutschland weiter zur Kriegspartei zu machen, hat in der Bevölkerung keine Mehrheit.“

„Leopard“-Panzer seien der Auftakt „in eine mögliche Rutschbahn Richtung Katastrophe“. Den Rufen nach Kampfpanzern würden Rufe nach Kampfflugzeugen und mehr folgen.



Heinz Duthel

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