Präsidentenwahl in Tschechien: Babis und Pavel gehen in Stichwahl


Stand: 14.01.2023 16:50 Uhr

Der Ex-Regierungschef Babis und der ehemalige NATO-General Pavel gehen in die Stichwahl um das tschechische Präsidentenamt. Nach Auszählung der meisten Wahlbezirke lagen beide Kandidaten im ersten Wahlgang fast gleichauf.

Im Ringen um das Präsidentenamt in Tschechien ziehen der populistische Ex-Regierungschef Andrej Babis und der frühere NATO-General Petr Pavel in die Stichwahl ein. Beide lagen nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Wahlbezirke fast gleichauf. Der Milliardär Babis kam nach diesem Zwischenstand auf 35,5 Prozent der Stimmen. Pavel, der für „Ordnung und Ruhe“ warb, erzielte 34,8 Prozent. Das ging aus den amtlichen Daten der Statistikbehörde CSU hervor.

Für einen Sieg in der ersten Runde hätte einer der Kandidaten auf mehr als 50 Prozent der Stimmen kommen müssen, was nun als ausgeschlossen gilt. Auf Platz drei landete abgeschlagen mit knapp 14 Prozent die einzige Frau im Rennen: die Wirtschaftsprofessorin Danuse Nerudova.

Pavel erwartet einen harten Wahlkampf

Die Beteiligung lag bei rund 67 Prozent der 8,3 Millionen Wahlberechtigten. Pavel rechnet mit einem harten Wahlkampf vor der zweiten Runde am 27. und 28. Januar. Babis wisse nicht, wie man ohne Fouls spielt, sagte der 61-Jährige vor seinem Wahlkampfteam.

Babis hatte sich als Anwalt derjenigen präsentiert, die unter der hohen Inflation und den Energiepreisen leiden. Der 68-Jährige war erst vor wenigen Tagen in einem Prozess um EU-Subventionen freigesprochen worden.

Präsidentschaftskandidat Pavel erwartet einen harten Wahlkampf vor der Stichwahl.

Bild: EPA

Pavel verwies auf seine Erfahrung als früherer Vorsitzender des NATO-Militärausschusses – auch vor dem Hintergrund des russischen Krieges gegen die Ukraine. Der Präsident hat in Tschechien überwiegend repräsentative Aufgaben, gilt aber als einflussreicher Meinungsbildner. Zudem kann er Gesetze einmalig an das Parlament zurückverweisen, ernennt die Verfassungsrichter und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte.



Heinz Duthel

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