Statistik der Woche: Wie viel ein Tempolimit für Klima und Sicherheit bringt


Niedersachsen Ministerpräsident Stephan Weil hat sich erneut für die Einführung eines Tempolimits auf den bundesdeutschen Autobahnen stark gemacht. „Der Mobilitätssektor müsse stärker zur CO₂-Reduzierung beitragen“, so der SPD-Politiker.




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In unserer wöchentlichen Rubrik präsentieren wir Zahlen, Kurven und Diagramme aus Technologie und Wissenschaft.

Tatsächlich ist Deutschland das einzige europäische Land, in dem es auf Autobahnen kein generelles Tempolimit gibt. Wie die Infografik von Statista zeigt, gibt es in anderen europäischen Ländern eine Geschwindigkeitsbeschränkung, die mehrheitlich zwischen 120 km/h und 130 km/h liegt.


Tempolimit

Tempolimit

Auf rund 70 Prozent der Fahrbahnen auf Bundesautobahnen gilt kein Tempolimit. Das ergab eine Auswertung der Bundesanstalt für Straßenwesen für das Jahr 2015. Auf rund einem Fünftel der Strecken gibt es eine statische Geschwindigkeitsbegrenzung, mehrheitlich ist hier Tempo 130 erlaubt. Die restlichen Fahrbahn-Abschnitte sind mit einer sogenannten Verkehrsbeeinflussungsanlage ausgestattet.

Fürsprecher eines Tempolimits argumentieren, dass die Begrenzung der maximal zulässigen Geschwindigkeit das Gefahrenpotenzial auf den Autobahnen minimiert und somit die Anzahl der Unfalltode reduziert. Daten des Statistischen Bundesamtes belegen allerdings, dass die Anzahl der Unfalltoten auf den deutschen Autobahnen auch ohne ein generelles Tempolimit seit 1970 drastisch gesunken ist und sich zuletzt auf einem niedrigen Niveau von weniger als fünf Verunglückten je eine Milliarde Fahrzeugkilometern befunden hat. In vielen anderen europäischen Ländern sind die Zahlen trotz genereller Tempolimits höher als hierzulande. Großen Anteil an der Abnahme der Unfalltode haben gesetzliche Regelungen aber durchaus, wie die Infografik verdeutlicht.

Die von Ministerpräsident Weil angesprochene CO₂-Reduktion könnte wahrscheinlich durch ein Tempolimit erreicht werden. Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) beziffert aufgrund einer Berechnung von Floating-Car-Daten die CO₂-Reduzierung bei einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen jährlich rund 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Zuvor war die Behörde von 2,6 Millionen Tonnen ausgegangen. Die Einsparungen lösten zwar nicht die Klimaherausforderungen im Verkehr, „aber sie sind eben auch keine Kleinigkeit“, sagte UBA-Präsident Messner.




(jle)

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Heinz Duthel

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