Tech-Crackdown vor dem Ende? Didi darf in China Geschäfte wieder aufnehmen


Der chinesische Fahrdienst-Vermittler Didi hat angekündigt, dass sich ab dem heutigen Montag wieder neue Benutzer und Benutzerinnen registrieren können. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und erklärt, das könnte darauf hindeuten, dass Chinas verschärftes Vorgehen gegen Tech-Konzerne damit zum Ende kommen könnte. Nachdem Chinas Tech-Crackdown bereits Ende 2020 angefangen hatte, war Didi im Sommer 2021 ins Visier der Behörden geraten. Dutzende Apps des Anbieters waren in China aus den App-Stores verbannt, eine Untersuchung der Geschäftspraktiken angeordnet und sogar der Rückzug von der New Yorker Börse durchgesetzt worden. Die Freigabe neuer Registrierungen und der App sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück zur Normalität.

„Unser Unternehmen hat sorgfältig mit den Verantwortlichen für Cybersecurity zusammengearbeitet, die gefundenen Sicherheitsprobleme ernsthaft bearbeitet und mehr als ein Jahr lang umfassende Korrekturen vorgenommen“, zitiert Reuters jetzt den Konzern. Darin wird demnach nur die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Neuregistrierungen erwähnt, implizit bedeute das aber auch, dass die Apps wieder freigegeben werden. Der Nachrichtenagentur zufolge passt der angekündigte Schritt zum Versuch der Führung in Peking, Vertrauen der Privatwirtschaft zurückzugewinnen und sich die Unterstützung der Tech-Branche bei der Belebung nach den drastischen Corona-Einschränkungen zu sichern. Gleichzeitig dürfte das aber auch bedeuten, dass man dort damit zufrieden ist, was seit den Maßnahmen zur Brechung der Macht der Internetkonzerne erreicht wurde.

Wegen angeblicher „schwerwiegender Verstöße“ bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch Didi waren die Apps des Konzerns Anfang Juli 2021 in China gesperrt worden. Das erfolgte nur wenige Tage, nachdem Didi-Aktien in New York notiert worden waren. Ende 2021 musste sich der Konzern dann von dort zurückziehen. Parallel dazu gingen die Behörden in China massiv gegen andere Tech-Konzerne vor, das Vorgehen glich einer massiven Umverteilung. Auch deswegen gab es aus dem Volk durchaus Zustimmung. Ziel waren auch die Milliardäre an der Spitze der Konzerne, besonders augenscheinlich war das bei Jack Ma. Der gibt gerade die Kontrolle über den Finanzriesen Ant Group ab. Der vorher fast omnipräsente Multimilliardär war seit Beginn des Vorgehens gegen sein Firmenimperium weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden.


(mho)

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Heinz Duthel

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