Tesla meldet Rekordjahr, plant schon das nächste


Tesla gedeiht prächtig. 24,3 Milliarden US-Dollar hat der Elektroautohersteller im vierten Quartal umgesetzt, ein Zuwachs von 37 Prozent im Jahresabstand. So viel hat das Unternehmen noch nie in einem Quartal geschafft. 20,8 Milliarden Dollar (+33%) des Umsatzes hat Tesla mit der Elektroautosparte gemacht, eine halbe Milliarde (+49%) mit dem Verkauf von Steuergutschriften (Zero Emission Vehicle credits), und die restlichen drei Milliarden mit anderen Unterfangen, insbesondere Akkus und Solarzellen.

Der Betriebsgewinn ist um die Hälfte auf 3,9 Milliarden Dollar gestiegen. Der Nettogewinn ist sogar um 59 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar gestiegen. Gesunken ist der Operating Cash Flow, nämlich um 29 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Das reichte aber immer noch, um 1,1 Milliarden Dollar auf die hohe Bank zu legen, womit dort zum Jahreswechsel 22,2 Milliarden Dollar lagen. Tesla-Aktien legten nachbörslich nach Bekanntgabe der Finanzergebnisse etwa ein Prozent zu.

In dem berichteten Quartal hat Tesla knapp 440.000 Elektrofahrzeuge hergestellt (+47 Prozent), darunter 419.000 Model 3 und Y sowie nicht ganz 21.000 Model S und X. Davon konnte das Unternehmen 405.000 (+40%) an Endkunden übergeben (388.000 respektive 17.000 der beiden Modellpaare). Der Vorrat noch unverkaufter Neufahrzeuge ist also deutlich angewachsen, was erklärt, warum Tesla jüngst die Preise in Europa und Nordamerika gesenkt hat.

Außerdem hat Tesla im Dezember nach vielen Verspätungen seinen ersten elektrisch angetriebenen Sattelschlepper ausgeliefert. Die Energiesparte hat im letzten Jahresviertel Solarzellen mit einem Gesamtnennwert von 100 Megawatt (+18%) sowie Stromspeicher für bis zu 2,5 Gigawattstunden (+152%) installiert. Zudem sind knapp 400 Ladestationen mit insgesamt rund 3.500 Steckern für Tesla-Kraftwagen hinzugekommen.

„Wir wissen, dass es offene Fragen über die kurzfristigen Auswirkungen des wirtschaftlichen Umfeld uns speziell die steigenden Zinssätze gibt“, schreibt Teslas Management an die eigenen Aktionäre und möchte diese beruhigen: Tesla sei Herausforderungen gewohnt. Die Firma werde Sparmaßnahmen verschärfen und gleichzeitig die Produktionsrate steigern, so das Versprechen. Kein anderer Autohersteller sei besser gewappnet als Tesla.

Für das Gesamtjahr ergeben sich 81,5 Milliarden Dollar Umsatz (+51%). Davon stammen 69,7 Milliarden Dollar aus dem Fahrzeuggeschäft (+51%), 1,8 Milliarden Dollar aus dem Verkauf von Steuergutschriften (+21%) und zehn Milliarden Dollar (+52%) aus dem Energiegeschäft. Der Jahresbetriebsgewinn hat sich etwas mehr als verdoppelt und erreicht 13,7 Milliarden Dollar. Der Jahresnettogewinn ist sogar um 128 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar gestiegen. Der Operating Cash Flow erreicht 14,7 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von 28 Prozent.

2022 hat Tesla erstmals mehr als eine Million Autos gebaut, konkret 1,37 Millionen (+47%). Davon gingen 1,31 Millionen an Endkunden (+40%). Die Menge der neu installierten Solarstromkapazität ist mit 348 Megawatt praktisch unverändert geblieben, das Stromspeichergeschäft ist allerdings um fast zwei Drittel auf 6.5 Gigawattstunden gewachsen. Um jeweils gut ein Drittel gewachsen ist die Zahl der Tesla-Ladestationen (nunmehr 4.678) und deren Ladestecker (42.419).

Im neuen Jahr möchte Tesla die Fahrzeugproduktion um mehr als die Hälfte ausbauen und strebt 1,8 Millionen Kfz an. Dabei soll auch der Pickup in Serienfertigung gehen. Details zu einer neuen Generation an Elektrofahrzeugen stellt das Management für den 1. März in Aussicht.


(ds)

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Heinz Duthel

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