Twitter-App für iOS: Uraltfunktionen wieder da


Twitter will, dass man nur noch die Original-App für den Kurznachrichtendienst verwendet. Dazu hat das Unternehmen kürzlich ganz offiziell alle Drittanbieter-Clients verboten. Das Problem: Diese haben (beziehungsweise hatten) diverse Spezialfunktionen, die der offiziellen Twitter-App fehlten – und nun sind alle User auf genau diese gezwungenermaßen angewiesen. Aktuell sieht es zudem nicht danach aus, dass hier die Entwicklungszyklen verbessert werden. Im Gegenteil: Statt neuer innovativer Funktionen werden aktuell alte Features aus der Mottenkiste geholt.

Zuletzt war hier die iOS-Version 9.41.1 erschienen, die laut Beipackzettel „Verbesserungen“ sowie Bugfixes enthält. Doch laut Angaben von Twitter-Besitzer Elon Musk stecken auch echte neue Funktionen in dem Update. Dazu gehören sogenannte Pinned Lists, mit denen man seine „Twitter-Erfahrung verbessern“ könne. Wie sich allerdings herausstellt, gab es die angepinnten Listen einst schon in der iOS-Version von Twitter im Jahr 2019. Das Unternehmen hatte das Feature dann allerdings sang- und klanglos aus der Anwendung gestrichen. Offenbar kam es nicht gut an, weshalb man zur regulären Timeline zurückkehrte.

Deutlich willkommener ist ein zweites neues Feature in der iPhone-App von Twitter: Es ist der Firma endlich gelungen, wieder Previews von Medien in voller Größe in die Timeline zu packen. Diese waren zuvor aus unbekannten Gründen entfernt worden, wobei es sich angeblich um einen Bug handelte. Nun soll man auf die jüngste Client-Version aktualisieren, um nicht ständig Bilder großklicken zu müssen. Ein Cropping, das große Teile des Previews unsichtbar macht, findet dann nicht mehr statt.

Durch die offizielle Sperre von Third-Party-Clients bekommt die Twitter-Anwendung für Profi- und Vielnutzer des Kurznachrichtendiensts eine deutlich größere Bedeutung. Ob das Unternehmen bereit ist, diese zu übernehmen, wird sich zeigen. Das Unternehmen hatte aufgrund von Sparmaßnahmen und freiwilligen Abgängen zahlreiche Entwickler verloren. Doch Nutzern bleibt nun keine Alternative mehr – App oder Web-Interface, beide von Twitter selbst.

Zuletzt hatte das Unternehmen begonnen, Verwender der App dazu zu zwingen, die algorithmisch generierte Timeline zu nutzen – obwohl diese eigentlich unbeliebt ist. Entwickler von Third-Party-Clients suchen sich unterdessen neue Betätigungsfelder. Im Bereich der Mastodon-Clients entsteht ein interessanter neuer Markt. So will auch der beliebte Developer Tapbots hier mitspielen.


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(bsc)

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Heinz Duthel

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